ROLAND REBERS TODESREVUE

ein Film von Roland Reber und Mira Gittner

Deutschland 2019, Spielfilm, Satire, 93 min, 1:2.39
Status: Postproduktion
Kinostart: 23. Januar 2020

Mit: Eisi Gulp, Wolfram Kunkel, Mira Gittner, Marina Anna Eich, Antje Nikola Mönning,
Christian Buse, Wolfgang Seidenberg, Waltraut Borchmann, Ricci Hohlt, Martin Bayer, uvm

Regie: Roland Reber
Buch: Roland Reber, Mira Gittner, Antje Nikola Mönning
Musik: Antje Nikola Mönning
Bildgestaltung: Mira Gittner (Kamera und Schnitt), Steffen Neder (Lichtgestaltung)
Aufnahmeleitung/Herstellungsleitung: Marina Anna Eich
Produzenten: Patricia Koch, Marina Anna Eich, Antje Nikola Mönning
Produktion, Verleih & Vertrieb: wtp international

„In der Zukunft wird jeder für 15 Minuten weltberühmt sein.“ Andy Warhol, 1968

Eine Mediensatire über die Freude am Leben, die Angst vor dem Altern und die Jagd nach Likes, Followern und den meisten Klicks.

„In der Zukunft wird jeder für 15 Minuten weltberühmt sein.“ Andy Warhol, 1968

Was ist Leben? Ist es die Sehnsucht eines Liebenden, die Angst vor dem Altern, der rebellische Kampf für ein würdevolles Sterben oder die Jagd nach den meisten Klicks? Ist es vielleicht nur eine Show? ROLAND REBERS TODESREVUE malt ein vielschichtiges Bild vom Sein und reiht das tabuisierte Thema Tod wieder in den Kreislauf des Lebens ein.

In verschiedenen Handlungssträngen kreuzen sich eine ruinierte Liebesbeziehung, ein um Sterbehilfe bettelnder alter Mann, eine Live-Show, in der die Kandidaten gnadenlos dem Publikum geopfert werden, eine Tänzerin, die trotz Selbstoptimierung dem Altern nicht entrinnen kann und der Mensch mit der Maske, der um jeden Preis berühmt werden will. Und zwischen all dem rollt ein Leichenfahrer seine „Kundschaft“ durch einen langen Gang und macht sich seine ganz eigenen ungetrübten Gedanken über Leben und Tod.

Eine Mediensatire über die Freude am Leben, die Angst vor dem Altern und die Jagd nach Likes, Followern und den meisten Klicks.

ROLAND REBERS TODESREVUE, der zehnte Spielfilm aus der wtp-Schmiede, feiert seine Welturaufführung auf den 53. Internationalen Hofer Filmtagen. Nach 24/7 THE PASSION OF LIFE (2005), ENGEL MIT SCHMUTZIGEN FLÜGELN (2009), DIE WAHRHEIT DER LÜGE (2011), ILLUSION (2013) und DER GESCHMACK VON LEBEN (2017) ist wtp international nun zum sechsten Mal in Hof vertreten.

ROLAND REBERS TODESREVUE ist mit 130 Mitwirkenden die bisher größte Produktion von wtp international. Trotzdem ist sich wtp mit dem Verzicht auf öffentliche Mittel aus Filmförderungstöpfen treu geblieben und hat mit der Kreativität und dem Engagement aller Beteiligten einen Spielfilm gestaltet, der am 23. Januar 2020 in die Kinos kommen und anschließend auf BluRay, DVD und online Plattformen erhältlich sein wird.

„Der Film basiert auf einem Theaterstück, das ich anlässlich des Todes meines Vaters geschrieben und inszeniert habe. Das war 1984. Viele Zuschauer meinten damals, solch eine interaktive Unterhaltungs-Show, in der die Kandidaten jede Demütigung ertragen, gäbe es nicht. Heute gibt es sie.
Würde – das ist für mich das zentrale Thema des Filmes, der respektvolle Umgang mit sich und anderen gegenüber. Im Leben wie im Sterben. Und das fängt unter anderem bei der Sprache an. So wie wir mit Worten umgehen, so gehen wir auch mit Menschen um. Wir leben in einer medial aufgeheizten gesellschaftlichen Situation und es wird höchste Zeit, daß wir wieder zu einem wirklichen Gespräch finden, um wieder besser miteinander umgehen zu können.
Für mich ist der Film ein großes Plädoyer für den respektvollen Umgang miteinander.“(Roland Reber)

ROLAND REBERS TODESREVUE ist die bisher größte wtp international Kinofilmproduktion.
Nach 5 Monaten Vorbereitung, war der 10. Spielfilm eine unglaublich schöne, harmonische, spaßige und tolle zweimonatige Drehzeit (Juni – Juli 2019).
Mit 130 Beteiligten vor und hinter der Kamera wurde an 8 Locations gedreht.

Teamwork – wörtlich genommen.

Der Film ist ohne Förderung und mit dem Engagement und der Kreativität aller Beteiligten entstanden, mit einem kleinen Team und einer vielfältigen Aufgabenverteilung innerhalb des Ensembles. Darstellung, Bild -und Set-Gestaltung, Organisation etc sind bei der wtp international Filmproduktion nicht getrennt, sondern werden gleichzeitig von den Ensemblemitglieder gestaltet. Diese breit angelegte Aufgabenverteilung lässt so ein Gesamtkunstwerk entstehen, zu dem jeder Beteiligte eine kreative Beziehung hat.
Roland Reber versteht Filmemachen als kreatives Abenteuer. Jeder hat die Möglichkeit, seine Ideen und Kreativität einzubringen.Man arbeitet demokratisch.
Eine Künstlergemeinschaft, die sich bei aller entschiedenen Auseinandersetzung mit den inhaltlichen Bezügen ihrer Produktionen nicht auf eine Sender/Verleih-Bindung einläßt.
„Da wir vollkommen unabhängig sind und alle unsere Filme eigenständig, produzieren, verleihen, vertreiben, müssen wir niemandem Rechenschaft ablegen und können machen, was wir wollen. Und diese Freiheit wollen wir uns erhalten.“ (Roland Reber)

BESETZUNG

LEICHENFAHRER    Eisi Gulp
HERR NAUMANN    Wolfram Kunkel
MASKE                   Mira Gittner
BILLIE                  Marina Anna Eich
PATSY                      Antje Nikola Mönning
FRANK                     Christian Buse
TALKMASTER          Wolfgang Seidenberg
LOLA                         Waltraut Borchmann
HILDE                       Ricci Hohlt
DJ LOL                      Martin Bayer
DREI GRAZIEN       Eva Körber, Edeltraud Klein, Ilse Weber

LISA                           Elisa Oberzig
HALLO                      Andreas Pegler
The KITTIES           Sophie Röhrmoser, Viktoria Jenne, Carina Fritsch, Conny Hohenschläger
MÄNNERBALLETT Florian Kottmair, Carsten Conrad, Daniel Kustermann, Thomas Willmann,
PETER                     Thomas Bastkowski
UTE                          Ute Meisenheimer
MISS APPLE           Bettie Berlin
WERNER                  Patrick Grimm
RICHIE                     Bernd Fuchs
MONIQUE               Claire Plaut
STEFFEN                  Steffen Neder
WRESTLER               John „Massive“ Drake
FREUNDIN                Angelika Zoller
BERGSTEIGER-         Herbert Stotter, Heinz Messarosch, Wolfgang Friebel, Norbert Herz,
CHOR                           Bernd Hänsler, Josef M. Hutter, Josef Geisenberger, Gerhard Wohlhaupter
WUTBÜRGER            Holger Menzel
PERSON                      Norbert E. Lex
REPORTERIN            Nicki Albrecht
REPORTER                 Andrej Prescher
HERBERT                   Herbert Studtrucker

STAB

Regie                              Roland Reber
Drehbuch                      Roland Reber, Mira Gittner, Antje Nikola Mönning
Produzenten                 Patricia Koch, Marina Anna Eich, Antje Nikola Mönning
Herstellungsleitung/
Aufnahmeleitung         Marina Anna Eich
Regieassistenz              Antje Nikola Mönning
Schnitt                            Mira Gittner
Musik                             Antje Nikola Mönning
Bildgestaltung              Mira Gittner (Kamera), Steffen Neder (Lichtgestaltung)
Choreographie            Viktoria Jenne, Marina Anna Eich
Casting                         Marina Anna Eich
Kamerassistenz           Michi Krauss, Tom Holderried, Thomas Wozny
Lichtassistenz/Bühne  Zeljko Hajdinjak, Andrej Prescher
Setassistenz                   Elisa Oberzig, Sophie Krause, Nicki Albrecht

Produktion/Verleih/Vertrieb    wtp international
Produktionsjahr                          2019
Drehzeit                                        Juni – Juli 2019
Postproduktion                           August – Oktober 2019
Drehorte                                      Fürstenfeldbruck, Augsburg, München, Landsberg/Lech, Schongau

Danke auch nochmals an alle mitwirkenden Statisten:

Milosz Sudnik, Daniel Stenzel, Marie Rudie Kemetter, Joshua Sandmair, Michael Zoller, Marcel Pitsch, Elisabeth Lutz, Sieglinde Hutter, Brigitte Schalk, Beata Kozlowska, Petra Häuserer, Elke Messarosch, Simon Schweickhardt, Dalija Rummel, Mario Falcke, Dr. Günther Heitmann, Gerlinde Heitmann, Markus Mayer, Sandy Stauber, Tanja Brandl, Thomas Brandl, Doris Hauser, Michael Kuhn, Andrew Stricker, Manfred Schock, Elisabeth Krimmer, Julia Mandel, Gisela von Löbbecke, Shoshana Hein-Axenkopf, Daniel Kandler, Angelika Bierbaum, Mario Immacolato, Günther Ettinger, Mirko Pötzsch, Peter Stahl, Andreas Wirwalski, Anna Mertes, Ramona Klug, Michael Steinborn, Elisabeth Steinborn, Manfred Eich, Hans Gstaiger, Lydia Güntner, Dagmar Braun, Reinhard Braun, Markus Schlüter, Sara Schlüter, Michael Josef Auernhammer, Stefan Berger, Albert Hartmair, Carina Swoboda, Siegfried Egger, Carmela Kretkowski, Cornelia Nardella, Roderich Stefan Geßner, Heidi Wenig, Werner Zettl, Michaela Ponholzer, Martin Hablowetz, Rune Madrzejewski, Karin Gleich, Eva Schwicker, Klaus Sterba, Klaus Halama, Nicole Sandmeier, Andreas Maier, Christian Jochum, Gerhard Beer, Karl Heckmaier, Isabella Bauer, Johanna Opitz, Gabriele Ruof,  Thomas Greßmann, Kristina Andrea Müller

INTERVIEWS

INTERVIEW MIT ROLAND REBER (Buch und Regie)

Wie entstand die Idee zum Film?

Der Film basiert auf einem Theaterstück, das ich anlässlich des Todes meines Vaters geschrieben und inszeniert habe. Das war 1984. Viele Zuschauer meinten damals, solch eine interaktive Unterhaltungs-Show, in der die Kandidaten jede Demütigung ertragen, gäbe es nicht. Heute gibt es sie. Das Finale der Show, das Gesicht des Todes, das ist neu dazugekommen, sozusagen als nächste Stufe der Unterhaltungs-Formate.

Umgang mit dem Thema Tod?

Bevor ich auf die Schauspielschule Bochum ging, habe ich 2 Jahre lang eine Ausbildung zum Krankenpfleger gemacht. In dieser Zeit habe ich auch Leichen in die Pathologie gefahren, dort assistiert und als Rettungssanitäter gearbeitet. Die Szenen des Leichenfahrers, den ich im Theater selbst gespielt habe und die Szenen im Krankenhaus resultieren aus diesen Erfahrungen. Das war Ende der Siebziger. Und es ist traurig, daß sich im Krankenhausbetrieb nichts verändert hat. Mein Vater war Schreiner und der Verwalter vom Friedhof, ich bin also mit dem Tod großgeworden. „Mein Tod, der ist ein Schmetterling, der fliegt mir stets entgegen“  – das ist Leben. Und das sollte man nutzen und genießen, in guten wie in schlechten Zeiten, denn all das macht Leben aus. Ich habe früher einmal ein paar Sachen aufgezählt, bei denen ich dachte, daß ohne sie mein Leben nicht mehr lebenswert ist. Dazu gehörten u. a. das Gehen, Lesen, Reden, die absolute Eigenständigkeit. All das habe ich nach meinem Schlaganfall eingebüßt. Und  ich habe erkannt, daß mein Leben trotz vieler Einschränkungen immer noch sehr lebenswert ist und ich genieße es jeden Tag in vollen Zügen.

Was ist für dich das zentrale Thema des Films?

Würde – das ist für mich das zentrale Thema des Filmes, der respektvolle Umgang mit sich und anderen gegenüber. Im Leben wie im Sterben. Und das fängt unter anderem bei der Sprache an. So wie wir mit Worten umgehen, so gehen wir auch mit Menschen um. Das ist für mich mein Leben lang ein zentrales Thema gewesen, der sorgsame Umgang mit Worten, daß man Worte auch als Waffe nutzen kann, daß wir sie oft sehr bedenkenlos einsetzen ohne die Konsequenzen zu berücksichtigen. Und das geht einher mit Toleranz. Sich selbst so zu akzeptieren, wie man ist und andere, so wie sie sind. Man muss nicht einer Meinung sein, aber man sollte einer anderen Meinung mit Respekt gegenübertreten und nicht auf sie eintreten. Für mich ist der Film ein großes Plädoyer für den respektvollen Umgang miteinander.

Ihr macht eure Filme ohne öffentliche Fördermittel. Wie sieht die Produktionsweise aus?

Die Art und Weise, wie wir die Filme produzieren ist unabhängig. Und dafür ist meiner Meinung nach der beste Weg der individuelle. Jeder Filmemacher sollte seinen eigenen Weg gehen.  Wir machen Filme mit geringem Budget, so dass wir selber produzieren können und somit haben wir immer die volle Autorität über das, was wir machen. Wir nutzen unser eigenes Equipment, von der Produktion über Postproduktion bis zur Vermarktung machen wir alles selber. So kann uns niemand reinreden und das gibt uns die Freiheit, kreativ zu sein.

 Was ist das nächste Projekt?

ROLAND REBERS HOTEL DER VERLORENEN TRÄUME

Was willst du dem Zuschauer mitteilen?

Was sagt der Film? Jedem was anderes, denke ich. Film ist immer eine persönliche Meinung und ein Dialog mit dem Zuschauer. Und der fehlt immer mehr in diesem Kommunikationszeitalter. Es fehlt das Gespräch. Man redet und redet, aber man sagt nichts.

Wir leben in einer medial aufgeheizten gesellschaftlichen Situation und es wird höchste Zeit, daß wir wieder zu einem wirklichen Gespräch finden, um wieder besser miteinander umgehen zu können.

Wie waren die Dreharbeiten?

Sehr schön. Dieser Film ist eine wirkliche Ensemble-Leistung und das freut mich sehr. Auch schön anstrengend. Ich will ja immer für die Hofer Filmtage mit dem Film fertig sein, also sitzt uns irgendwann immer auch die Zeit im Nacken. Aber ich habe die Zeit sehr genossen und danke allen für ihr Mitgestalten und ihre Bereitschaft, sich auch ohne viel Worte mit mir zu verständigen. Und da ich Regie nie als Kommandozentrale verstanden habe, sondern als ein Erschaffen von Atmosphären, geht das auch wunderbar ohne viel Worte. Für mich beginnt Schauspiel berührend zu werden, wenn es persönlich und authentisch ist und das erreicht der Schauspieler eher, wenn er sich mit der Rolle selbst auseinandersetzt und nicht irgendein Erfüllungsgehilfe eines göttergleichen Befehlsgebers ist.

INTERVIEW MIT MIRA GITTNER (Bildgestaltung│Kamera und Schnitt, Rolle :MASKE)

Was ist für dich das zentrale Thema des Filmes?

Zeit und Respekt. Es ist schade, daß in den Medien und sozialen Netzwerken, die ja Vielfalt und Toleranz zum Ausdruck bringen wollen, die Intoleranz so vorherrscht. Und daß alles gleich so hysterisch bewertet wird. Da entwickelt sich sofort so eine Eigendynamik, die einer Massenhysterie gleichkommt und die durch die Dramatisierung in den Medien auch noch angeheizt wird. Der Mensch als Individuum ist ja ein recht umgängliches Wesen, aber in der Gruppe kann er schon recht fürchterlich werden. Und da fehlt oft nur ein kleiner Funke, um eine normal diskutierende Gruppe in einen Mob zu verwandeln. In der Antike gab es die Polis, bei den Römern Brot und Spiele, im Mittelalter den Pranger und heute die Medien. Wir nehmen uns auch zu wenig Zeit füreinander. Ein Gespräch, also ein wirkliches Gespräch, braucht Zeit, Freundschaft braucht Zeit, eine Beziehung braucht Zeit. Für mich ist das ein zentraler Satz im Film, wenn der Leichenfahrer sagt: die haben Zeit. Ja, im Tod hat man Zeit oder ist zeitlos, aber es wäre sinnvoller, sich die Zeit zum Leben zu nehmen.

Was war für dich die besondere Herausforderung an dem Film?

So viele Menschen zu koordinieren und dabei nicht den Faden zu verlieren. Die Drehorte so auszusuchen, daß sie barrierefrei sind, damit Roland mit seinem Rollstuhl auch hinkommt. Aber wir waren ein tolles Team und dadurch war die Drehzeit sehr entspannt und hat viel Freude gemacht. Danke an alle.

Der Mensch mit der Maske.

Für mich ist der Mensch mit der Maske eine symbolische Figur. Die Masken, die wir aufsetzen, um gut durchs Leben zu kommen, die (Sehn-)Sucht nach Anerkennung, das alles ist für mich ein großer Schrei nach Liebe. Und in der Not gibt man sich dann halt auch mit ein paar Likes zufrieden. Und die Figur ist für mich auch eine Würdigung aller Künstler, die aus voller Seele agieren und kaum jemand weiß, daß es sie gibt. Sie spielen auf Hinterhofbühnen, in Fußgängerzonen aus vollem Herzen und kaum jemand nimmt sie wahr. Und dann kommt ein pickeliger Pubertierender, der sich gut vermarkten lässt, und die Medien stürzen sich auf ihn und puschen ihn in die Öffentlichkeit – im Film ist es der Selbstmord der Maske – und plötzlich gibt es zig hysterische Fans. Und da spielt jemand im Treppenhaus vor der Toilette sich die Seele aus dem Leib und niemand interessiert sich dafür.

Drehbuch, Schnitt, Bildgestaltung.

Der Urtext stammt von Roland, auch die meisten der Texte, die neu dazugekommen sind. Ich habe hauptsächlich zusammengesetzt und versucht, alle Puzzleteile zu ordnen und zu verbinden, habe das ein oder andere Detail dazugesetzt. Ähnlich wie beim Schnitt. Ich bewundere Menschen, die ein leeres Blatt Papier mit ihren Worten füllen können. Mein Beitrag ist eher der dramaturgische. Da der Film ja die heutigen Medien mit einbezieht, wollte ich auch neben der Arri Alexa als Hauptkamera verschiedene Kamera-Looks gestalten. Das Smartphone ist ja allgegenwärtig, aber auch die heimliche Aufzeichnung durch das SmartHome-gerät, die ActionCams auf den Köpfen der Menschen, ständig piept und klickt es irgendwo, viele sehen sich eine Landschaft nicht mehr an und genießen den Augenblick, sondern machen ihre Aufnahme und sehen sich die später an – oder zeigen sie. Wahrscheinlich ist das Herzeigen der wichtigere Aspekt. Das durch die Reaktionen der Anderen Erleben sozusagen.

Toccata und Fuge.

Die Geschichte hinter unserer Interpretation von Bachs Toccata und Fuge, wir nennen sie RockToc, beginnt mit meiner Fingerarthrose. Mein Vater hat mir nicht nur seine Kreativität vererbt, sondern auch seine Fingerarthrose und die ist vor ca. einem Jahr ausgebrochen. Und um meine Finger geschmeidiger zu bekommen, habe ich wieder angefangen Flöte zu spielen. Und so bin ich dann auf Toccata und Fuge gekommen, für mich einfach unerreicht schön – und eine hervorragende Fingerübung. Dann habe ich den Vorschlag gemacht, wir können für den nächsten Film ja eine Rock-Version von Toccata und Fuge machen. Dieses Stück symbolisiert für mich das Leben. Mit allen Hochs und Tiefs, Harmonien und Dissonanzen und es läuft und läuft immer weiter, immer wieder das gleiche Thema in verschiedenen Variationen und unaufhaltsam hechtet man da durch, kaum Zeit irgendwo Atem zu holen, wie das Metronom, das unaufhaltsam den Takt vorgibt und erst aufhört, wenn der letzte Takt gespielt ist. Beim Drehen habe ich dann etwas zu viel Show gemacht, so daß ich mit der Flöte am Geländer hängen geblieben bin und sie tatsächlich eine Etage tiefer flog. Das Entsetzen darüber ist echt, „real life“ sozusagen, und nachdem ich mich überzeugt habe, daß die Flöte zwar ein paar äußerliche Blessuren davongetragen hat, aber noch klingt, habe ich mir dann gedacht, das auch so in den Film einzubauen. Und meine Finger sind tatsächlich viel geschmeidiger geworden.

INTERVIEW MIT MARINA ANNA EICH (Produzentin / Herstellungsleitung / Rolle: BILLIE / Vertrieb / Presse)

Thema des Filmes

Es mangelt sehr oft an Respekt vor dem Leben. Anstatt es zu genießen, wird sich abhängig von den Meinungen anderer gemacht. Schade, dass eher Öffentlichkeitsmachung seines Lebens im Vordergrund steht und nicht das Leben, das genossen werden könnte. Oft geht es ja soweit, dass man sich und andere in Gefahr bringt, um so viele Likes wie möglich zu bekommen. Erst denken, dann handeln oder auch kommentieren. Wie lasse ich mir von GesundheitsApps und Tipps das Leben vorschreiben? Es sollte ein gesundes Mittelmaß gefunden werden, denn sonst befindet man sich im Teufelskreis der Selbstoptimierung. Ebenso ist es wichtig, eine gute Balance bei der Nutzung der digitalen/sozialen Medien zu finden. Die Welt und das Leben sind doch viel zu kostbar, als ständig nur chattend am Handy oder vor dem Computer zu verbringen.

Zur Rolle der BILLIE

Ich wollte früher selbst Balletttänzerin werden. Diesen Traum habe ich dann auch bis zum Alter von 18 Jahre verfolgt, bis ich wegen körperlicher Einschränkungen das Studium abbrechen musste. Daher weiss ich um den Fokus, alles reinzustecken, keinen Plan B zu haben. Das Tanzen war das Wichtigste.  So konnte ich mich gut in Billie einfühlen. Billie jedoch nimmt sich im Gegensatz zu mir durch den extremen Optimierungswahn die Möglichkeit, das Leben zu genießen. Sie hat keinen Respekt vor sich und schließt sich selbst in ein Korsett ein. Sie ist somit für mich die Repräsentantin für eine immer größer werdende Anzahl an Menschen, die sich in einen Jugend -und Optimierungswahn begeben. BILLIE reimte sich zudem auf PILLI. Auf Grund dessen, dass ich persönlich eine wirklich große Hausapotheke mit vielen Pillis habe, kam der Name zustande. Quasi: Wenn man eine Pille für was auch immer braucht, geht man zu Marina (Lach). Ich musste mich erst mal mit der Apple-Watch vertraut machen. Habe diverse Apps ausprobiert, so auch die Schlaf-Rhythmus App, bei der das Handy durch den Atem weiss, wann die geeignete Schlafphase ist, das Aufweck-Zeichen zu geben. Fazit: So schlecht geschlafen hatte ich schon lange nicht mehr, zudem habe ich mich überwacht gefühlt (was es ja auch letztlich war). Schon krass, wie viele Menschen sich freiwillig eine Überwachung ins Haus holen.

Über das Älterwerden

Geraskophobie! Die Angst vor dem Älterwerden. Selbstoptimierung wird nie ein Ende finden. Als drehe man sich im Kreis und laufe dem Schwanz hinterher. Wegen der Angst vor dem Älterwerden und der Energie, die investiert wird, vergeudet man einen Großteil des Lebens. Den gesunden Mittelweg zu finden, darauf kommt es an: Natürlich ist es gut, etwas für seine Gesundheit zu tun: Ernährung, Bewegung, Körper und Geist fit halten. Aber ohne zu übertreiben und sich nicht davon dominieren zu lassen, sondern mit Freude und Spaß. Es soll ja Stress abbauen, keinen neuen erschaffen.

Älter werden hat ja auch mit erfahrener werden zu tun, neue Blickwinkel entdecken, eine große Lebens-Reise machen. Und das empfinde ich persönlich als etwas wirklich Schönes und Bereicherndes. Vielleicht denkt man aber auch erst so darüber, wenn man älter wird, nicht schon in jungen Jahren… Zudem gehe ich entspannter mit mir und dem Leben um. Und warum davor Angst haben? Man kann es ja eh nicht ändern.

Zu den Vorbereitungen

Es war eine echte Herausforderung, neben Cast und Crew auch noch so viele Leute für das Publikum zu organisieren. Mithilfe von Zeitungs- und Internet-Aufrufen und vielen Telefonaten, bekam ich dann knapp 90 Leute, die gerne als Statisten mitmachen würden. Teilweise reisten sie einige hundert Kilometer weit an. Mit allen hatte ich im Vorfeld persönlich Kontakt aufgenommen, das war meine Art des Castings. Hing also sehr sehr viele Stunden am Handy und in WhatsApp… passend zum Film. Wir haben uns im Vorfeld entschieden, die Rollen des Würgers, sowie des Gegenparts Werners, mit Profiwrestlern und nicht mit Schauspielern zu besetzen, da sonst die Verletzungsgefahr unserer Meinung nach zu groß war. Zusammen mit der Wrestlingschule ProWrestling aus Nürnberg wurde ich dann fündig. Die Idee, auf den Tisch zu fallen, kam vom Fallenden selbst. „Soll ja nach was aussehen!“ so seine Worte. Da mehrere  Wrestler gerne als Teil des Filmes mitmachen wollten, kam mir die Idee, zwei weitere als  Sanitäter zu besetzen, da sich ja alle Vier kennen. Sie haben sich bereits in der Realität gegenseitig ins Krankenhaus geschickt. Das fand ich einfach einen lustigen Insider.

Über die Drehzeit

Durch unsere gute und akribische Vorbereitung  war schon viel gewonnen. So konnte ich jeden einzelnen Drehtag in dieser ruhigen und entspannten Atmosphäre geniessen.  Bei der ersten Massenszene, dem INTRO der Show, war ich dann doch schon ungemein aufgeregt. Klappt alles? Kommen alle, die zugesagt haben? Läuft alles nach Plan? Ist genug Catering da? Wird es mit bis zu 50 Leuten inkl zweier Hunde am Set nicht zu hektisch? So viele Beteiligte war nämlich auch für uns etwas Neues. Aber wie heißt es so schön, man wächst an seinen Herausforderungen J. Letztlich hat alles hervorragend geklappt, dank des eingespielten Teams und der unkomplizierten Statisten, die sich auf die jeweilige Szene voll eingelassen haben. Nach den vielen Dankes SMS und WhatsAPP Nachrichten zu urteilen, empfand nicht nur ich es so. Alle haben sich gut aufgehoben gefühlt und würden jederzeit gerne wieder mitmachen. Das hat mich sehr gefreut. Und eine große Auswahl an Statisten haben wir jetzt auch. Das Wichtigste ist, es hat viel Spaß gemacht. Es war eine ungemein schöne und tiefe Erfahrung, von der Vorbereitung bis zum Ende der Drehzeit. Ich freue mich jetzt schon wieder auf unser nächstes Werk: ROLAND REBERS HOTEL DER VERLORENEN TRÄUME.

INTERVIEW MIT ANTJE NIKOLA MÖNNING (Musik / Produzentin / Rolle: PATSY)

 Was ist für dich das zentrale Thema des Filmes?

Für mich geht es in dem Film vor allem um einen würde- und respektvollen Umgang mit dem Leben, dem Sterben, mit sich selbst  und seinen Mitmenschen und mit dem Älterwerden.  Anstatt sich wirklich miteinander zu beschäftigen und zu unterhalten, spielt sich heutzutage ein Großteil der Kommunikation in den sozialen Netzwerken  und  auf den  Showbühnen ab. Das ist nicht neu, Brot und Spiele gab es schon immer. Aber was für Demütigungen, was für persönliche Opfer  nimmt man inzwischen  in Kauf, um einmal 5 Minuten im Rampenlicht zu stehen? Und was für Masken streifen wir über, um in der Gesellschaft etwas zu erreichen?  Wo  findet denn nun eigentlich das wahre Leben statt? In einem selbst? Im Austausch mit anderen Menschen? Oder wird etwas erst dadurch real, dass man das Erlebte mit anderen teilt und es kommentiert werden kann? Natürlich gehört zu einem würdevollen Umgang mit dem Leben auch die Beschäftigung mit dem Älterwerden. Wir werden immer älter, gleichzeitig nimmt der Jugendwahn immer groteskere Züge an, sind  Selbstoptimierung, Ernährung und Fitness fast zu einer Art Ersatzreligion geworden. Und wenn Jemand einfach in Ruhe sterben will, muss er noch die verschiedensten sinnlosen Prozeduren über sich ergehen lassen, weil diese mehr Geld in die Kassen der Krankenhäuser spülen. Zum Glück gibt es inzwischen auch Konzepte gegen die Einsamkeit im Alter wie z.B. Senioren-WGs. Es ist schön, mit wieviel Lebensfreude manche ältere Menschen  das Leben noch anpacken.  So werden auf einmal einige rüstige Senior*innen  noch zu  YouTube Stars, weil  vielleicht Authentizität und Charakterfalten doch spannender sind als das tausendste durchgestylte Räkelvideo irgendeiner Modelschönheit….

Über die Rolle der PATSY

Patsy ist eine dem Leben und den Menschen positiv entgegenblickende Künstlerin und ein richtiger Showmensch, die sich ungern allzu viele Gedanken um irgendetwas macht. Auch  ihre Selbstexperimente sind nicht politischer Natur, sondern dienen selbst in ihren gesellschaftskritischen Aspekten vor allem der Unterhaltung. Damit ist sie für mich eine sehr ambivalente Figur. Weil sie das Showbusiness schon so verinnerlicht hat, ist sie selbst zu der Art von echten und menschlichen Kommunikation gar nicht mehr fähig, auf die sie  durch ihre Flashmob-Aktion aufmerksam machen möchte. Ihr gedankenloser Umgang mit Worten führt dazu, dass sie Frank immer wieder zutiefst verletzt, auch wenn sie es gar nicht böse meint.

Was für eigene Erfahrungen hast du einfließen lassen?

Die Idee mit dem Flashmob kam mir, als ich mich wegen meines „Parkplatz-Strips“ zum ersten Mal persönlich mit dem Phänomen SHITSTORM befassen musste. Neben den Unterstützern, die in meiner Aktion einen Akt der Rebellion gegen die zunehmende Prüderie in Deutschland sahen, gab es eben auch viele, die mich wüst beschimpft haben und mir sogar Morddrohungen geschickt haben. Mich hat es interessiert, inwieweit die Anonymität im Netz zu einer derart verrohten Sprache führt und ob Hass-und Hetzreden nicht zwangsläufig die Hemmschwelle für Gewalttaten sinken lassen. Also überlegte ich, was wohl passieren würde,  wenn ich einen Aufruf starte, dass mir alle, die wollen,  ihre Meinung bei einem direkten Zusammentreffen  ins Gesicht  sagen könnten.    Dieses Gedankenspiel passte wunderbar zu der ganzen Thematik des Films.

Über die Musik

ROLAND REBERS TODESREVUE ist ja, wie der Titel schon sagt, eine Revue, die aus verschiedenen Nummern besteht. Nachdem das Drehbuch feststand, haben wir uns hingesetzt und uns überlegt, zu welcher  Szene was für eine Art Musik passen könnte. Die Lieder sollten   Bezug auf tagesaktuelle Themen nehmen bzw. auf das, womit sich die Protagonisten gerade beschäftigen.  Der DILDOMARSCH z.B. war meine direkte satirische Antwort auf einen gewissen Ministerpräsidenten und seine Wiedereinführung der Grenzpolizei, das Lied LOLA MIT DEM SONNENÖL beschreibt den sinnlosen Kampf gegen die Windmühlen, den Billie in ihrer Angst vor dem Älterwerden betreibt. Und Klassik und Rock zu verbinden wie bei Bachs Toccata und Fuge macht mir persönlich einfach richtig Spaß. Außerdem ist das quasi unser Altersprojekt: Mira und ich können zumindest den Teil, der im Film vorkommt, auch tatsächlich auf der Altflöte (Mira), der Orgel, der E-Gitarre und dem  Bass (ich) spielen, allerdings haben wir so eine gute Aufnahme  nur im Studio mit vielen Wiederholungen hinbekommen. Jetzt üben wir einfach die nächsten 20 Jahre weiter, bis wir dann als Seniorinnen-Combo  mit der steppenden Marina (vielleicht dann mit Rollator) auch  live auftreten können…

INTERVIEW MIT EISI GULP (Rolle: LEICHENFAHRER)

Wie waren die Dreharbeiten?

Das ist so eine Sache… Ist halt alles ein bisschen anders, gell? Es gibt ja gar keine Make-up Abteilung, da bin ich jetzt schwer enttäuscht. Wie komme ich denn da rüber? Frag ich mich schon… Um jetzt mal ernst zu sein: Sehr angenehme Leute, drei wunderbare Damen mit einem sehr interessanten Herren, den ich bis dato noch nicht gekannt habe. Es hat viel Spaß gemacht und ich habe vor allem meine Texte geliebt. Das Beste an der Geschichte ist, man hat begriffen, dass, wenn man mir Freiheit lässt, es dann am besten wird.

Was ist deine persönliche Meinung zum Thema Tod?

Der Tod kommt oder er kommt nicht. Und wenn er kommt, dann weiß man eh nichts mehr.

Ein Thema des Filmes sind die sozialen Medien. Wie stehst du dazu?

Wie mit allem im Leben hat es sowohl Gutes als auch Schlechtes, Sonnen- und Schattenseiten. Wenn man in den letzten Jahren die sozialen Medien verfolgt, könnte man meinen, die negativen Seiten überwiegen, weil jeder Depp irgendetwas ablässt. Leider konzentrieren sich die Leute immer nur auf die negativen Sachen im Leben. Das wird dort besonders hervorgehoben. Dadurch wird eine künstliche Angst und Panik erzeugt. Das ist einfach nicht gesund für unsere Gesellschaft. Es wird Zeit, dass die Leute mit den sozialen Medien bewusst und intelligent, und vor allem sauber umgeben. Unter sauber  verstehe ich, wenn ich einen Post lese, dann darf ich nicht schnell, schnell einen empörten Kommentar abgeben und ihn teilen, sondern dann muss ich mich drum kümmern, ob der Post wirklich Wahrheitsgehalt hat. Da kann man ganz einfach recherchieren, das ist nicht schwer. Aber es würde sehr viel bringen, weil dann mehr an Wahrheit existent wird, anstatt Halbwahrheiten und Lügen zu verbreiten.

INTERVIEW MIT WOLFRAM KUNKEL (Rolle: HERR NAUMANN)

Was ist für dich das zentrale Thema des Filmes?

Bereits das Leben in einer empathielosen, gierigen rücksichtslosen Gesellschaft ist absurd strampelnder Tod. Logische Folge ist natürlich der Umgang mit dem realen kümmerlichen Ableben der Menschen. Viel Stoff für Komik und Trauer- das rasante Nichts.

Über die Rolle HERR NAUMANN

Hermann ist die Rolle, die wohl alle einmal spielen werden. Mit zaghaften Versuchen, sich zu wehren, sich zu arrangieren und Bilanz zu ziehen. Nur hat nicht jeder so schöne letzte Worte vor dem Nichts oder dem Alles.

Wie waren die Dreharbeiten?

Man wird älter: Nach einer Odyssee durch Thalkirchens Kliniken (die meisten haben wohl ihre Namen geändert), erleichtert, die richtige gefunden- im richtigen Bett gelandet und dann vom nettesten Filmteam der Welt liebevoll und kompetent bis zum Ende gepflegt.

INTERVIEW MIT CHRISTIAN BUSE (Rolle: FRANK)

Was ist für dich das zentrale Thema des Filmes?

Der Mensch zwischen Scheitern und Selbstoptimierungswahn.

Über die Rolle FRANK.

Frank ist eindeutig ein auf ganzer Linie Scheiternder, beruflich wie privat. Das hat er sich jedoch ausschließlich selbst zuzuschreiben, seinem Selbstmitleid, seinem Narzissmus und seinem daraus folgenden Versagen als Schriftsteller.

Wie waren die Dreharbeiten?

Die Dreharbeiten waren angenehm entspannt, zu erwähnen ist die Tatsache, dass es ganz schön schwer ist, einen Erhängten echt aussehen zu lassen und ich bin auch nicht sicher, ob es uns gelungen ist, da ich das Resultat noch nicht sehen konnte.

INTERVIEW MIT WOLFGANG SEIDENBERG (Rolle: TALKMASTER)

Was ist für dich das zentrale Thema des Filmes?

Die Würde des Menschen – im Leben wie im Sterben.

Über die Rolle des TALKMASTERS.

Der Talkmaster ist so verwoben mit seiner Funktion als Maître de plaisir einer degenerierten Unterhaltungsindustrie, dass man sich fragt, ob es ihn wirklich gibt. Wahrscheinlich hat er sich irgendwann im Dienst eines sensationsgeilen Publikums selbst verloren. Ein Zyniker, der noch nicht einmal mehr am Zynismus Freude haben kann. Ein trauriger Überlebender, ein Untoter der Medienlandschaft.

Wie waren die Dreharbeiten?

Der Spaß war, immer wie eine Muräne ins Bild zu ragen, um ätzende Kommentare abzugeben. Nach dem ersten Tag hatte ich Muskelkater von den ständigen Ausfallschritten in Richtung Kamera. Die selige Stimmung am Set während man gemeinsam mit Themen wie Demütigung, Altern und Tod umging, war bemerkenswert und tröstlich.

INTERVIEW MIT RICCI HOHLT (Rolle: HILDE)

Was ist für dich das zentrale Thema des Filmes?

Das zentrale Thema ist für mich : was mache ich mit meinem Leben, was sind meine Wünsche und Träume und wieviel Zeit habe ich hier auf Erden um das zu erfüllen, muss ich Angst haben vor dem Älterwerden und den damit verbundenen Veränderungen, muss ich Angst haben vor dem Sterben? Welchen Sinn kann ich meinem Leben geben und wieviel Kraft habe ich mich Anfeindungen und Ablenkungen von der Umwelt zu widersetzen, muss ich jeden Quatsch der sozialen Netzwerke mitmachen, muss ich mich dem Moloch der Medien aussetzen und mich demütigen lassen, oder was braucht es um meine eigene Persönlichkeit zu erhalten, zu würdigen und zu beschützen.

Über die Rolle HILDE.

Hilde Lutz aus Bochum ist eine praktisch veranlagte, lebenslustige Frau in fortgeschrittenem Alter mit guten Erinnerungen an ihre Jugend in der Hippizeit. Sie hat ganz sicher so einige ups und downs in ihrem Leben erfahren und hat deshalb auch viel Verständnis und Mitgefühl für ihre Mitmenschen. Und sie hat eines gelernt: nämlich, dass man den Spaß, den man haben will im Leben, selber machen muss. Und so hat sie sich spaßeshalber als Gast für eine Fernsehshow beworben, und gewonnen.

Wie waren die Dreharbeiten?

Die Dreharbeiten waren ganz außergewöhnlich harmonisch, ja ich möchte sagen richtig liebevoll ! Geprägt von gegenseitigem Respekt und goodwill und der gelebten Überzeugung, dass nur aus einem guten Miteinander etwas wirklich Gutes  entstehen kann.

INTERVIEW MIT WALTRAUT BORCHMANN (Rolle: LOLA)

Was ist für Sie das zentrale Thema des Films?

Auf satirische Art wird auf die Game-Shows hingewiesen, in denen Kandidaten bloßgestellt werden, und auch auf die Facebook-Manie, in der es nur um Likes geht, wo Menschen von anonymen Usern beleidigt und beschimpft werden, aber auch um hoffnungslose Träume.

Erzählen Sie etwas über Ihre Rolle?

Die Lola ist ein älterer „Revuestar“. Privat kann man mit ihr Pferde stehlen. Sie ist fröhlich, locker und für jeden Spaß zu haben.

Wie waren die Dreharbeiten?

Die Dreharbeiten waren sehr angenehm. Das gesamte Team war freundlich zu jedermann. Direkt eine Anekdote fällt mir nicht ein, aber wir hatten uns mal vor den Dreharbeiten in einem Biergarten zur Besprechung versammelt. Mir wurde zur Anprobe das Bunny-Kostüm mitgebracht. Es war nicht nur für uns Filmleute, auch für die anderen Gäste im Biergarten ein großer Spaß, als ich plötzlich als dicker rosa Hase herum hoppelte.

INTERVIEW MIT STEFFEN NEDER (Bildgestaltung│Lichtgestaltung, Rolle: STEFFEN)

Was ist für dich das zentrale Thema des Filmes?

Genieße das Leben mit vollen Krügen in großen Zügen. Am Ende nimm deinen letzten Freund an die Hand und lausche mit ihm Edith Piafs „No, je ne regrette rien“.

Über die Lichtgestaltung.

Bis dato sicherlich der aufwendigste wtp Film, bei dem ich mitgestaltet habe. Dank der großartigen Mithilfe aller Beteiligten wurde auch diese Hürde erfolgreich gemeistert. Insbesondere die Technik Crew verdient ein großes Lob für ihren Einsatz und ihre Verlässlichkeit.

Wie waren die Dreharbeiten?

Grundsätzlich ist auch ein wtp Film harte Arbeit und erfordert höchste Konzentration. Allerdings herrscht am Set eine selten gehörte fokussierte Ruhe. Aus dieser heraus, lässt man einfach die Kreativität sprudeln und gedeihen. Anekdote: „never underestimate the bounce“. Szene Eisi Gulp alias Leichenfahrer. Mein geschultes Auge brauchte einige Sekunden länger als gewohnt, den krassen Lichtwechsel zu orten. Es war ganz einfach der weiße Kittel vom Leichenfahrer, der die, durch ein Oberlicht hereinfallende Sonne in den Tunnel hinein gebounced hat.

Interview mit EISI GULP

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Interview mit MARINA ANNA EICH

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Interview mit ANTJE NIKOLA MÖNNING

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