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DAS ZIMMER

ein Film von Roland Reber
Deutschland 2001, Psychothriller, 91 min, FSK 16

  • “Intelligentes Kino mit einer herausragenden Leistung der beiden Hauptdarsteller Mira Gittner und Marcus Grüsser.“ (sneakfilm.de)
  • “Visuell interessant. Gutes Schauspiel. Was will man mehr.“ (L’Orient Le Jour)
  • “Reber schafft es die traditionelle Spannung eines Hitchcock Meisterwerkes aufzubauen, während er gleichzeitig neue und oft unbekannte Gebiete erforscht, indem er die menschliche Psyche auf vielfältigen und oft erschreckenden Ebenen auf die Probe stellt.” (Gordon Weaver, Filmpublizist)

seit 27.04.2007 auf DVD erhältlich

Mit  Mira Gittner, Marcus Grüsser, Marina Anna Eich, Claire Plaut, Ute Meisenheimer, Petra Knieper

Kamera: Mira Gittner, Roland Reber
Schnitt: Mira Gittner
Musik: Wolfgang Edelmayer
Produktionsleitung: Ute Meisenheimer
Produzent: Ute Meisenheimer
Buch und Regie: Roland Reber
Produktion, Verleih & Vertrieb: wtp international GmbH

Ein Film über jene geheimen Kammern, die wir hermetisch und kostbar in unserem Unterbewussten verschlossen halten. Eine Reise zu den verborgenen Räumen unserer Seele.

 „Vor wem fliehst du Sophie? Vor mir? Vor der Lust? Oder vor die selbst? Lauf nur, Sophie. Die Flucht hat kein Ende. Denn die Flucht, das bist du. Nur du. Du.“

Die Ägyptologie-Studentin Sophie (Mira Gittner) und der arbeitslose Schauspieler Christoph (Marcus Grüsser) bewerben sich auf eine Chiffre-Anzeige in einer  Tageszeitung: “Wer hütet mein Haus für sechs Wochen gegen gute Bezahlung?”. Beide erhalten, ohne voneinander zu wissen, eine Zusage. Im Haus angekommen begegnen sie sich zum ersten Mal. Die Regeln besagen, dass sie in dem Haus machen können, was sie wollen. Nur ein Zimmer, das verschlossen ist, dürfen sie nicht betreten. Kaum haben sie die Aufgabe angenommen, ereignen sich seltsame Dinge im Haus. Die Hausbewohner sind sich sicher, sie werden beobachtet, manipuliert. Zwischen Traum und Realität entwickeln sie ein Labyrinth der Emotionen …

“Ich glaube jedes Haus hat sein verbotenes Zimmer, egal ob es offen steht oder nicht”, sagt Christoph und Sophie antwortet: “Wie unsere Seele.”

Dieser kurze Dialog umreisst den Film. Nicht die mysteriösen Vorfälle im Haus sind Kern der Geschichte, sondern die verborgenen Gefühle der Bewohner. Mehr und mehr projizieren sie ihre verdrängten Gedanken in das verbotene Zimmer.

DAS ZIMMER ist der erste Teil der Trilogie von Roland Reber.

Die Filme, die jeweils eine eigenständige Geschichte haben, werden durch das gemeinsame Thema der menschlichen Suche nach sich Selbst zu einer Trilogie zusammengefasst. Der erste Teil DAS ZIMMER, umgesetzt als Psycho-Thriller, erhielt mehrere Auszeichnungen rund um die Welt und wird in über 50 Ländern im TV ausgestrahlt (wie z. B. Mexico, Argentinien, Slowenien etc.) und ist im August 2006 in Spanien auf DVD erschienen. Der zweite Teil PENTAMAGICA, eine schwarze Komödie wurde 2003 in Thessaloniki mit dem Preis für den besten Schnitt ausgezeichnet. THE DARK SIDE OF OUR INNER SPACE, der dritte Teil, ein Drama über die Fun- und Spiele-Generation hatte seine Weltpremiere im November 2003 beim Calcutta International Filmfestival in der Sektion: „Filme von Roland Reber“.

Alle drei Spielfilme sind seit 27.April 2007 auch in Deutschland auf DVD (in einer 3/1 Roland Reber Box oder Einzeln) erhältlich.

VON DER IDEE ZUM FILM

„DAS ZIMMER verdankt seine Realisation einer Umzugskiste. Vor vielen Jahren, ca. 1985 , schrieb ich aufgrund einer Wette ein kurzes Manuskript mit der Grundgeschichte des verschlossenen Zimmers. Ein befreundeter Redakteur sagte mir, es sei unmöglich, in kurzer Zeit eine Geschichte zu schreiben, die sowohl Spannung als auch Erotik beinhaltet. Das spornte mich an und ich schrieb das Manuskript in einer Nacht. Die Wette habe ich gewonnen. Viele Jahre später kam beim Archivieren meiner Texte dieses Manuskript wieder zum Vorschein und so entstand der Film.“ (Roland Reber)

SPEZIELLE ARBEITSWEISE

Teamwork – wörtlich genommen

Durch Gespräche, Diskussionen, Beschäftigung mit der Materie näherte sich jeder Einzelne immer mehr dem Kern der später dargestellten Form. Alles, auch Kamera und Licht und später Schnitt und Musik, entstand aus der kreativen Kraft des Teams heraus. Jeder Beteiligte konnte seine eigene Kreativität und seine eigenen Ideen einbringen. Es gab kein starres Festhalten an einer “Urkonzeption”, sondern eine permanente Neudefinition und Flexibilität des Ansatzes. Das ständige Hinterfragen bereits entwickelter Ideen war dabei genauso wichtig wie spontane Innovationen.

Diese Arbeitsweise ist typisch für Roland Reber, er inszenierte auf diese Weise viele Theaterstücke. Mit DAS ZIMMER wandte er sie zum ersten Mal beim Film an.


BESETZUNG

SOPHIE GERNER                               Mira Gittner
CHRISTOPH ZILLER                         Marcus Grüsser
STUDENTIN                                        Marina Anna Eich
POSTBOTIN                                         Ute Meisenheimer
MONIQUE                                            Claire Plaut
MAKLERIN                                          Petra Knieper
POSTBOTE                                           Hubert Paul
MUTTER                                               Bettine Block
SUSANNE                                             Carolina Rath
ER                                                           Roland Reber                                         

und als Kinder: Margret Haub, Murmel Störzbach, Philipp Trauer, Max Schoeppe, Franziska Vetter, Lena Bürck, Lucas Bürner, Susanne Brandl, Simon Brandl, Sarah Fischer, Marie Sophie Graf, Georg Friedrich Graf, Philipp Graßl, Bernadette Holtzem, Martine Miville, Dorothea Otto, Wolfgang Sporrer, Sonja Störzbach, Kathrin Trauer

STAB

Regie                                                       Roland Reber
Buch                                                         Roland Reber
Produzentin                                            Ute Meisenheimer
Kamera                                                    Roland Reber, Mira Gittner
Schnitt / visual effects                          Mira Gittner
Musik                                                       Wolfgang Edelmayer

Produktion                                              wtp international GmbH
Produktionsjahr                                     1999/2000 (1. Fassung, 70 min),  2001 (Endfassung, 91 min)
Locations                                                Oberbayern, Ägypten

PREISE

Emerging Filmmaker Award 2001, Hollywood, USA

Best Foreign Film 2001, Chicago, USA

Bester Film 2001, Thessaloniki, Griechenland

Beste weibliche Hauptrolle, Melbourne, Australien, 2001

Produzent des Jahres 2000, Bay. Filmzentrum Geiselgasteig

Presidents Award 2000, Ajijic, Mexico

SPECIAL MENTION by the JURY 2001
AFF Alternativa International Filmfestival, Picciano, Italy

FESTIVALS

Ajijic Festival Internacional de Cine, Mexico, 2000
SITGES International Filmfestival, Spain, 2000
The Millenium Film Festival of Fine Arts, Szolnok, Hungaria, 2000
XXI Unicaja Bienal International Filmfestival, Malaga, Spain, 2000
AFF Alternativa International Filmfestival, Picciano, Italy, 2001
angelciti chicago international filmfestival, Chicago, 2001
angelciti international Film Festival, Raleigh Studios, Hollywood, 2001
IndieKino International Filmfestival, Seoul, Korea, 2001
Kerala International Filmfestival, India, 2001
Melbourne Underground International Filmfestival, Australia, 2001
Portobello International Filmfestival, London, UK, 2001
The Director`s View International Filmfestival, New York, 2001
Third Panorama of Independent Filmmakers, Thessaloniki, Greece, 2001
Tvplusfilms international filmfestival, Birkenhead, UK, 2001
XIX International Filmfestival of Uruguay, Montevideo, Uruguay, 2001
Beirut International Festival of European Film (Goethe-Institute), Lebanon, 2002
CIFF Cairo International Filmfestival, Egypt, 2002
Suchitra International Filmfestival, India, 2002
Calcutta International Filmfestival, India (section: Roland Reber Films), 2003
Alexandria International Filmfestival, Egypt, 2003
Dhaka International Filmfestival, Bangladesh (section: about Roland Reber), 2004
International Filmfestival of India, Goa, 2009
Chennai International Filmfestival, India, 2009

 

  • „In dem Werk DAS ZIMMER steckt eine gewaltige und beängstigende Poesie. Die eigenen Zimmer der Seelen nicht zu betreten, sie aber zu hören und zu fühlen – ich rede hier von Mehrzahl, ist eine Lebensaufgabe. Diese Collagen in dem Werk, diese bedrohlichen Felsen des Denkens, sie sind zusammen mit dem Hänseln der Kinder, sehr intensiv, eine Wohltat, fast eine Befreiung. In dieser gewaltigen Landschaft zu reflektieren, ist enorm und überwältigend. Die Improvisation des Lebens und des Seins.“ (arthouse-cinema.de)
  • “ … Das Besondere an diesem Spielfilm ist, dass Reber es schafft die traditionelle Spannung eines  Hitchcock Meisterwerkes aufzubauen, während er gleichzeitig neue und oft unbekannte Gebiete erforscht, indem er die menschliche Psyche auf viel-fältigen und oft erschreckenden Ebenen auf die Probe stellt. Ich bewundere ebenfalls Rebers Zurückhaltung in seiner Regie. Ohne die Intimität zu verlassen, die diesen Film so nachhaltig wirken  lässt, zeichnet er ebenfalls ein breites und brilliantes Gemälde der menschlichen Emotionen  …” (Gordon Weaver, Filmpublizist, USA – leitete bei Paramount die Bereiche Marketing und Öffentlichkeitsarbeit)
  • “das zimmer” ist ein psychologisches Abenteuer, das den Verstand verspottet, indem es unsere Wahrnehmung der Realität fortwährend hinterfragt. Die faszinierende Ge-schichte wird nur noch übertroffen von der wundervollen Regie und dem wundervollen Schauspiel.” (Michael M. Moore, President Raleigh Studios Hollywood)
  • “ “Der Anfang ist das Licht. Das Ende ist tiefste Dunkelheit.“ – dieser Satz scheint so einfach zu sein und er enthält die Idee des deutschen Regisseurs von das zimmer. Der Film ist über die Phantasien der menschlichen Seele mit all ihren Inhalten und Tücken. Trotz aller Bemühungen haben die Menschen die Antwort auf die Frage nach ihrer Seele noch nicht gefunden. … Der Regisseur, der auch der Autor ist, meint: Niemand kennt die Geheimnisse der Zeit, nur Teile davon. Wir als Zuschauer sahen wundervolle Teile daraus …Ohne grossen materiellen Aufwand, mit wenig technischen Möglichkeiten schaffte es der Regisseur einen Film auf höchsten Niveau zu machen. Er erschaffte aus wenig ein kleines Kunstwerk. Der schnelle Schnitt, das Schauspiel, die Kameraführung und besonders die sensible Darstellung der erotischen Szenen, die niemals ins Obszöne abgleiten, sind grossartig. Der Star des Filmes sind die Dialoge, die der Regisseur geschrieben hat. Seine Sätze sind ergreifend: „Im Leben fühl` ich mich oft wie ein leeres Blatt Papier oder wie ein Lied ohne Melodie.“ Zusammenfassend erzählt uns der Film über die unbekannten Räume unserer Seele.” (Cairo International Filmfestival, Daily Bulletin, Okt 2002)
  • „Das geheimnisvolle Zimmer unserer Wünsche. Am Anfang kein Skript. Aber eine Idee. Eine interessante. Roland Reber, deutscher Regisseur, wollte einen Film über jene geheimen Kammern machen, die wir hermetisch und kostbar in unserem Unterbewussten verschlossen halten. Mit seinem Team, vornehmlich die Schauspielerin und Kamerafrau Mira Gittner hat er während der voranschreitenden Dreharbeiten eine Geschichte ausgearbeitet. Und was für eine Geschichte! …Auf jeden Fall gibt es dem Regisseur während der Vorführung seines Films in Beirut die Gelegenheit zu sagen:“ Es geht nicht darum Antworten zu geben. Das ist nicht die Intention des Films. Wir wollen ausschliesslich Fragen stellen“. In der Tat, das schafft das zimmer bewundernswert. Visuell interessant. Gutes Schauspiel. Was will man mehr.“ (L`Orient Le Jour, 28. 11. 2002, Beirut/Libanon)
  •  „Erforschen des inneren Chaos durch das Paranormale. 6 WOCHEN verwandelten ein junges, naives Mädchen, eine der Hauptfiguren in dem Film das zimmer  in eine Frau. Der deutsche Film gewann 7 internationale Preise und etablierte Mira Gittner neben ihrer Schauspielerei auch im Bereich Kamera und Schnitt. Es war der erste Film in einer Trilogie über die Träume, Ängste und Erwartungen einer Person mit Verweisen das Paranormale.“ (Hindustan Times, 12.November 2003, von Pratik Ghosh)
  • „Das Zimmer ist ein interessantes Experiment in der Atmosphäre und dem Gebiet des Horrors, mit einer Geschichte eines „spukenden“ Hauses, die sich zu einer Studie über den inneren Horror, der in der menschlichen Seele versteckt ist, entwickelt. Mit einer guten Darstellung der jungen Schauspielerin Mira Gittner und einer guten Regie-Arbeit von Roland Reber.“ (Angel Sala, Director SITGES Festival Int. De Cinema de Catalunya, Oktober 2000)
  • „Roland Reber: Eine Institution in Regie.“ (Hindustan Times, kompletter Artikel)
  • „Die Freiheit zu erschaffen.“ (Times of India, kompletter Artikel)
  • „…Überraschungspaket der diesjährigen Auswahl…“ (Times of India, Kalkutta Film Festival, kompletter Artikel)
  • „Die Story ist gigantisch gut!“ (Synthetics Magazin)
  • „Vom Suchen und Finden des eigenen Ichs.“ (kultur-insel, kompletter Artikel)
  • „wtp Filme sind filmische Konzeptkunst.“ (aVela Kunst-Magazin, kompletter Artikel)
  • „Die verbotenen Räume der Seele“ (Matrix 3000 über die Roland Reber-Reihe, kompletter Artikel)

SZENENFOTOS

MAKING OF FOTOS

OUTTAKES

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INTERVIEW MIT ROLAND REBER (Buch und Regie / Kamera)

Sie wurden in der Theaterwelt umjubelt. Sie schrieben in der Vergangenheit viele Stücke, spielten und führten Regie. Was hat sie dazu veranlasst zum Film zu wechseln?

Ja, ich habe Theaterstücke geschrieben, war Regisseur, Theaterschauspieler und Schauspiellehrer in Deutschland und anderen Ländern. Unter anderem habe ich das Theater Institut in Hamburg 1981 gegründet und das Welt-Theater-Projekt 1989. Ein wesentlicher Teil meiner früheren Aktivitäten war,  interkulturelle Aspekte und innovative Techniken für Schauspieler und Regisseure zu entwickeln. Wenn ich etwas zu einem bestimmten Thema sagen wollte, schrieb ich ein Theaterstück und inszenierte es. Wie auch immer, es kam der Punkt, an dem mir bewusst wurde, dass die Bühne beschränkende Grenzen hat, die überschritten werden sollten. So kam ich zum Filmemachen, weil mir Kino mehr kreative Freiheit gibt. Für mich ist Filmemachen wie Sprechen und es ist näher an mir selbst. Jedoch, sowie ich mich selbst nicht völlig verstehe, verstehe ich auch meine Filme nicht völlig.  Auch wenn die Filme, die ich mache eine erkennbare Handschrift haben, so hängt mein Stil und die Handhabung des Filmemachens vom jeweiligen Thema ab und das kann sich vom einen zum anderen unterscheiden. Deshalb können die in Dänemark entstandenen „Dogma-Filme“ mit ihren festgesetzten Regeln nie meine Art des Filmemachens sein.

 Sie haben einen völlig neuartigen Weg des Filmemachens und –produzierens. Wie sieht Ihre Arbeitsweise aus?

Die Filme entstehen in Team-Work  Am Anfang steht eine Idee, die dann von allen Beteiligten weiterentwickelt wird. Die Ideen kommen von überall her – von den Schauspielern, den Assistenten, der technischen Crew oder den Produzenten, die meist dieselben wenigen Personen sind, die viele Aufgabenbereiche gleichzeitig ausführen. So spielt zum Beispiel Mira Gittner in allen drei Filmen nicht nur die Hauptrolle, sondern ist auch in Eigenverantwortung für den Schnitt, also die letztendliche Filmkomposition, zuständig und hat sich mit mir zusammen die Kamera geteilt. Marina Anna Eich steht nicht nur in Hauptrollen vor der Kamera und co-produziert, sondern ist auch für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und den Verleih/Vertrieb der Filme zuständig, usw.. Bei Drehbeginn existieren nur ein paar Seiten als Drehbuch, basierend auf einer Idee, einem Konzept. Es könnte z. B. mit einem Monolog, einem Dialog oder einfach einer Textstelle beginnen, die ausgebaut, geändert werden und deren endgültige Fassung ich dann schreibe. Wie auch immer wird dieses dünne Skript zusammen mit den Schauspielern während der Dreharbeiten weiterentwickelt. Zum Beispiel bei The Dark Side of our Inner Space: der Drehort war in diesem Falle die Idee  – eine aufgegebe Militärkaserne. Die Schauspieler, die auch gleichzeitig die Crew waren, haben sich mit mir zusammen für ca. 6 Wochen täglich in der Kaserne getroffen und durch viele Gespräche über alles mögliche entstand Tag für Tag der Film. Ich glaube nicht an Geschichtenerzählen im narrativen Stil, da unser Leben auch nicht wie eine Geschichte mit vorgefasster Struktur und Ordnung geschrieben ist. „Das Leben ist ohne Text.“, heisst es in das zimmer. Es ist vielmehr multidimensional mit abrupten Übergängen und alle meine Filme beinhalten in irgendeiner Weise die Suche nach Leben, Identität und dem Selbst.

Sie arbeiten gerne immer wieder mit den gleichen Schauspielern bzw. dem gleichen Team zusammen und diese scheinen sich auch in einer ganz speziellen Weise zu engagieren, die sich dem konventionellen Schauspiel widersetzt.

Der harte Kern der Crew besteht mehr oder weniger aus denselben Personen, sei es vor oder hinter der Kamera, ähnlich wie bei einem Ensemble am Theater. Meine Beziehung zu den Schauspielern ist nicht die eines Dompteurs im Zirkus. Ich bitte sie mit ihrer eigenen Definition an die Rolle heranzugehen. Die Schauspieler versuchen, sich selbst mit den Rollen des Films zu verbinden, indem sie über sich selbst reflektieren und die Differenz zwischen Rolle und Person ermessen. Für mich beginnt Schauspiel berührend zu werden, wenn es persönlich und authentisch ist und das funktioniert besser, wenn die Schauspieler sich mit der Rolle auseinandersetzen und nicht reine Erfüllungsgehilfen eines Zirkus-Dompteurs sind. Schauspieler sind für mich eigenständige Künstler und wenn ich schon eine genaue Vorstellung der Rollen zu Beginn der Dreharbeiten hätte, dann bräuchte ich keine Schauspieler, sondern Marionetten, die einfach meine Instruktionen ausführen. Alle nehmen am kreativen Prozess teil.

Ihre Filme sind Kritik an der deutschen Gesellschaft. Wie wird das von ihren Landsleuten aufgenommen?

Im Allgemeinen sind die Deutschen dekadent geworden. Sie sind weitaus mehr an Geld und Karriere interessiert, als die Werte des Lebens zu hinterfragen. Meine Filme sind ein Blick in die zeitgenössische deutsche Kultur. Ich berühre die rohen Nerven der Gesellschaft, indem ich Fragen stelle, und deshalb können meine Filme unbequem sein. Auch wenn ich in den Filmen keine Antworten geben kann, mache ich die Leute auf die Angelegenheit aufmerksam.

Was ist Ihrer Meinung nach der beste Weg, ohne den gewohnten Druck des Marktes ein unabhängiger Filmemacher zu werden?

Der beste Weg ist der individuelle. Jeder Filmemacher sollte seinen eigenen Weg gehen. Wir machen die Filme mit geringem Budget, so dass wir sie selber produzieren können und somit haben wir immer die volle Autorität über das, was wir machen. Wir nutzen auch unser eigenes Equipment und machen den Filmschnitt selbst. Kurz gesagt, sind wir eine völlig unabhängige Einheit. Und das gibt uns die Freiheit, kreativ zu sein. Wenn wir eine Idee haben, ist alles, was wir brauchen, eine Kamera, Licht und Ton. Wir drehen digital und transferieren dann auf 35 mm. Das gibt uns die Freiheit, Dinge auszuprobieren. Inzwischen sind die meisten Filmemacher in Deutschland mehr wie Bänker  – ohne jeglichen philosophischen oder ästhetischen Beweggrund. Sie machen zurechtgeschnittene Filme, die überwiegend von den Finanziers entschieden werden, die von der Nachfrage des Marktzwanges abhängig sind. Wenn wir uns weiterhin von diesen Sachverwaltern der Geldgeber dominieren lassen, wird es nur noch Filme von der Stange geben. Die Filmemacher sollten wieder die Verantwortung für ihre Filme übernehmen. Ich hoffe mit unseren Filmen Mut zu machen, kreative Abenteuer wieder als Weg zu sehen. Mut zu machen, Filme zu entwickeln, die nicht nur im Büro desinged werden, sondern die der Kreativität  der Filmemacher entspringen. Kino sollte wieder zu einer Stimme werden. Zu einer Stimme für diejenigen, die keine haben. Eine Stimme, die der Gesellschaft Fragen stellt. Antworten sind nicht so wichtig. Antworten sollten das Ergebnis einer Reflektion sein, die sich individuell in den Köpfen der Zuschauer entwickelt. Jeder Zuschauer sollte gewillt sein zu denken und eine eigene Interpretation finden … oder sie zumindest suchen. Es geht um die Auseinandersetzung mit sich selbst. Die Filme sind immer nur der Anstoss. Ich sehe meine Art des Kinos als Abenteuer des eigenen Geistes, das zum Denken provoziert. Sollen wir denn alles ohne Fragen akzeptieren?

Mit „das zimmer“ gewannen sie eine Menge Preise. Hat das für sie etwas verändert?

 Es war großartig, weil viele Menschen am Anfang nicht an uns glaubten.

Wie kam es dazu?

Mira Gittner verschickte VHS Kopien an Festivals in der ganzen Welt. Als ich das mitbekam, fing ich an, mich über sie lustig zu machen und erzählte ihr, es sei sinnlos und niemand würde uns je antworten. Doch plötzlich kamen tatsächlich Einladungen zur Tür herein und jeder nannte uns die „Ueberraschungs-Filmemacher“. Wir reisten von Ungarn nach Spanien und hatten viel Spass.

Wann wurde es ernst?

Als wir jemanden für die Öffentlichkeitsarbeit brauchten.  Wir hatten bereits eine Einladung für das Film Festival in Mexiko und brauchten dafür jemanden, der öffentliche Auftritte mochte: Marina Anna Eich. Ihr gefiel das. Mira Gittner ist sehr kreativ, aber öffentlichkeitsscheu. Wir waren also beim Film Festival in Mexiko und saßen entspannt bei der Preisverleihung, mit einem Preis hatten wir niemals gerechnet. Und dann gaben sie bekannt: „Der President’s Award für den Besten Spielfilm:  Das Zimmer.“ Es brauchte eine Weile bis wir begriffen, dass wir gemeint waren.

Haben Sie Vorbilder?

Nein. Es gibt viele, die ich mag, aber niemand, der meine Arbeit auf irgendeine Weise beeinflusst hätte. Das ist ein Problem bei vielen Regisseuren, sie versuchen Hollywood oder wen auch immer zu imitieren und werden somit auch nie mehr als eine Kopie bleiben. Ich bevorzuge immer das Original.

Sie bezeichnen die drei Filme der Roland Reber Filmreihe auch als Trilogie? Was ist der gemeinsame Kern?

Die drei Filme haben alle das Thema der SUCHE gemein, Fragen wie: Wer sind wir oder woher kommen wir? Der erste umgesetzt als ein Psycho-Thriller, der zweite als eine schwarze Komödie und der dritte als ein Drama.

Worin liegt der Unterschied?

In der Geschichte, die jeweils erzählt wird. Jeder Film steht für sich allein

Wie kamen Sie auf die Idee zu DAS ZIMMER?

RR: das zimmer verdankt seine Realisation einer Umzugskiste. Vor vielen Jahren, ca. 1985 , schrieb ich aufgrund einer Wette ein kurzes Manuskript mit der Grundgeschichte des verschlossenen Zimmers. Ein befreundeter Redakteur sagte mir, es sei unmöglich, in kurzer Zeit eine Geschichte zu schreiben, die sowohl Spannung als auch Erotik beinhaltet. Das spornte mich an und ich schrieb das Manuskript in einer Nacht. Die Wette habe ich gewonnen. Viele Jahre später kam beim Archivieren meiner Texte dieses Manuskript wieder zum Vorschein und so entstand der Film.

Warum haben Sie für The Dark Side of our Inner Space einen englischen Titel gewählt?

Im März 2003 teilte mir der Direktor des Calcutta International Filmfestivals mit, dass er im November eine „Roland Reber Filmreihe“ bei seinem Festival machen wolle. Diese „Special Section“ eines Regisseurs beinhaltet allerdings immer drei Spielfilme, bis zu diesem Zeitpunkt existierten aber nur das zimmer und Pentamagica. „Ok“, sagte ich, „Du wirst im November drei Filme zeigen können, versprochen.“ Daraufhin wollte er den Titel und den Plot von dem dritten Film wissen. „Es geht um die verborgenen Seiten in uns, um die dunkle Seite unserer Seele.“, improvisierte ich spontan. Und da das Gespräch in Englisch stattfand, entstand so der englische Titel „The Dark Side of our Inner Space“. Nachdem das Versprechen nun gegeben war, musste nur noch ein Spielfilm entwickelt, gedreht und geschnitten werden. Wir hatten ein halbes Jahr Zeit, denn im Oktober musste die 35 mm – Kopie in Calcutta sein. Wir haben es geschafft. The Dark Side of our Inner Space hatte seine Weltpremiere im November 2003 beim Calcutta International Filmfestival.

Filmausschnitt: AMDUAT

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Filmausschnitt: HINWEISE

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Festivaltournee (weltweit) 2000,2001

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Interview – Melbourne 2001 „Radio „Frühstück total“

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